Dollar-Entscheidung: Zentralbanken bereiten sich auf Crash vor

Die Entscheidung der großen Zentralbanken, Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen, bedeutet: Diese Institutionen bereiten sich auf eine Pleite von Griechenland vor und wollen den Banken eine sanfte Landung ermöglichen. Damit ist besiegelt: Die Steuerzahler werden im Falle einer Pleite mehr oder weniger allein bezahlen.

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Medien und Börsen jubelten über die Entscheidung der wichtigsten Zentralbanken, in Zusammenarbeit mit der Federal Reserve (Fed), den europäischen Banken Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen. Viele deuteten die Entscheidung als eine Wende zu Besseren. Das Gegenteil dürfte wahr sein: Die großen Autoritäten der Weltpolitik stellen sich auf das Schlimmste ein, und wollen den Finanzsektor davor bewahren, im Falle einer Pleite in Griechenland unmittelbar in den Strudel des Chaos gerissen zu werden. Die Entscheidung bedeutet, wie ein Kolumnist des Wall Street Journal schrieb, dass den Banken die Geduld gerissen ist. Sie wollen die Krise managen und nicht mehr bloß auf die immer konfuseren politischen Volten reagieren.

Schon einmal, nämlich auf dem Höhepunkt der Krise von 2008, haben dieselben Zentralbanken mit genau dieser Maßnahme reagiert. Sie wollten damals sicherstellen, dass die Bankgeschäfte nicht vollständig zum Erliegen kommen. Auch jetzt wieder koppelt sich der Finanzsektor von der Realpolitik ab. Die Unsicherheit soll gemindert werden, die Bereitschaft zum Risiko nicht vollständig zum Erliegen kommen.

Trotz aller Beteuerungen von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zweifelt heute kaum noch ein Beobachter, dass Griechenland die Anforderung des Rettungsschirms nicht erfüllen kann – und früher oder später die Insolvenz anmelden und ein Schuldenschnitt erfolgen muss.

Genau darauf bereiten sich die Notenbanken jetzt vor: Allen in der Bankenszene ist klar, dass eine Pleite in Griechenland dann zu den schlimmsten Domino-Effekten führt, wenn sie komplett unvorbereitet eintritt. Diese würden zunächst Länder wie Spanien und Italien erfassen, und am Ende Schockwellen durch die ganze Weltwirtschaft schicken. Also haben sich Zentralbanken entschlossen, ihren Beitrag zur „geordneten Insolvenz“ zu leisten: Indem sie ein Sicherheitsnetz für die Banken ausgespannt haben, um die am meisten gefährdete Finanzwirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren.

Die konkrete Folge dieser Entscheidung ist simple: Die Beteiligten im Bankensektor warden vermutlich ohne die allergrößten Schäden heraussteigen. Bezahlen werden dies die Steuerzahler müssen, ohne dass sie sich dagegen wehren können.

Denn die politischen Rettungsversuche sind gescheitert, die wesentlichen Probleme ungelöst. Das Finanzministertreffen in Breslau lieferte den besten Beweis: Nicht einmal die vergleichsweise überschaubare Problematik mit den finnischen Garantien konnte auch nur im Ansatz gelöst werden. Stattdessen gab es ausschweifende Diskussionen – so, als hätte man noch Monate Zeit, um auf die Krise zu reagieren.

Es bleibt aber keine Zeit mehr. Am Ende des Monats braucht Griechenland die nächste Tranche. Wenn diese ausbleibt, kann Griechenland seine Schulden nicht mehr bedienen und keine Gehälter mehr an einen Großteil der öffentlich Bediensteten auszahlen.

Das Ende ist in Griechenland also ohne prophetische Gaben absehbar. Und die Zentralbanken bedeutet für den Finanzsektor: Es wird eine mehr oder weniger sichere Landung geben. Für die Bürger der Europäischen Union dagegen hat niemand einen Airbag vorbereitet. Sie und den Euro wird die unsanfte Landung mit der vollen Härte treffen.

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Kommentare

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  1. soso sagt:

    ….fragen sie die “normalidioten” auf der strasse – 98% haben noch nicht begriffen was hier gespielt wird ……………………….verblödet – verroht und allgemein desinteressiert am spiel ihrer “volksgewählten” landesverräter …..
    wünsche allen eine ??? zukunft – falls es noch eine geben sollte

  2. Luchsinger Fritz sagt:

    Jeder Bürger sollte halt mit seinem Ersparten beginnen Gold und silber zu kaufen. Der Zusammenbruch des Goldmarktes würde auf die Stelle treten und das vorzeitige Aus für die Politiker und Banken bedeuten !

  3. Karl-Heinz sagt:

    Und wie nennt man das, wenn sich Staat und Kapital gegen das Volk verschwören?

    Richtig: FASCHISMUS

    Willkommen in der Neuen Welt. Was die Eliten mit Hitler nicht geschafft haben, erreichen sie jetzt mit der EU. Der EURO ist wirkungsvoller als die Wehrmacht es je war. Er wird verheerendere Folgen für ganz Europa haben als der WK II.

    Gruß Karl-Heinz

  4. Cangrande sagt:

    Der Kommentar ist interessant, aber als ein um das Verstehen der Mechanismen bemühter Leser hätte ich mir doch eine genauere Erläuterung gewünscht

    - auf welche Weise die Verfügbarmachung nicht nur von Zentralbankgeld an sich, sondern speziell von USD, und speziell für europäische Banken, diesen hilft und
    - auf welche Weise ggf. die Steuerzahler dadurch belastet werden.

    Bloße Behauptungen, dass dies eintreten wird (wohlgemerkt: durch die aktuellen Notenbankmaßnahmen; durch die Rettungsschirme werden wir natürlich ausgeräubert), überzeugen mich leider nicht.

  5. Markus Kramer sagt:

    @Karl-Heinz

    Den Faschismus sehe ich hier auch am Werk. Nicht in dem Sinne, wie das Wort jahrzehntelang gebraucht wurde, sondern in seiner eigentlichen Bedeutung.

    Begann er mit der Krise 2008? Oder schon vorher mit Überlegungen zu Bad Banks und der Schaffung der HRE bzw. Niedrigzinspolitik in den USA und Einrichtungen wie der “Presidents working group on financial markets”?

    Für alle, die noch nicht verstanden haben, was gemeint ist, hier noch ein Zitat des Erfinders:

    “Faschismus sollte man besser Korporativismus nennen, weil er die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht darstellt.”

    Benito Mussolini

    Schaut man sich nun z. B. das Zusammenwirken der großen Medienkonzerne mit der Staatsmacht an…

    • Karl-Heinz sagt:

      Zitat: Begann er mit der Krise 2008?

      Nein – zaghaft schon 1990, mit dem Beitritt der sogenannten “DDR” zum “Wirtschaftgebiet” der sogenannten “BRD”

      Weil man geflissendlich vergessen hat GG Art. 146 zu realisieren, mußte man schleunigst das Provisorium “BRD” auflösen und das Deutsche Volk in Europa untergehen lassen.

      Alles bevor der deutsche Michel begreift das die BRD gar kein Staat ist und bevor er merkt, dass das Deutsche Reich immer noch besteht und seine Staatsangehörigkeit, immer noch nach dem Reichsstaatsangehörigkeiten-Gesetzt von 1871 – Deutsches Reich – und nicht – DEUTSCH – ist.

      Deshalb ist unsere Junta dazu bereit EU und EURO, koste es was es wolle, zu retten.

      Gruß Karl-Heinz

      • Pawlak sagt:

        Bitte nach dem Staatsangehörigengesetz von 1913 ,genannt RuStag und nicht von 1871.GG 116 ,wie auch Reichgesetz von 1934 zu lesen.

  6. Martin sagt:

    Den Bürgern, welche sich momentan noch der “pluralistischen Ignoranzdekadenz und blauäugiger Systemidiotie” hingeben, kann niemand helfen, wenn sie es nicht selbst tun…doch das können sie nicht, weil sie, wie oben erwähnt, eben in dieser seltsamen linearen Wirtschafts-Wachstums-Illusion leben und er fixen Meinung sind, dass erstens es immer so weiter gehen wird, wie es bis anhin ging und zweitens, wenn die dicke Pedrouille die Bühne betritt, schon jemand da sein wird, der es dann für alle richten wird. Hauptsache die Rente ist sicher, weil vom “Staat” garantiert. Fragt sich nur wer mit Staat gemeint ist. Natürlich heisst das übersetzt, wir selbst haften für die Renten, wenn diese über den Jordan flattern…und für das Andere ebenfalls.
    Dann werden sie aufwachen…dann, wenn es zu spät ist, dann, wenn ihre hart erarbeiteten, an Dritte vertrauensvoll abdelegierte und sich in grossen gebundenen Kapitalsammelbecken befindenden “Papier-Vermögen” in einem nicht hörbaren Knall in einen Hauch von Nichts auflösen…
    Tja, wie heisst es so schön: ” Wenn das “ich hätte sollen” kommt, ist das “ich habe” weg.
    Eigentlich ist die Basis oder Grundlage unseres gelobten Schulgeldsystems so banal und simpel, wie perfid und hinterhältig, ist jedoch für eine mittlere Intelligenzbandbreite nicht unbedingt nicht zu knacken oder zu verstehen, wenn man denn will: Gesamtschulden auf Planet = X; Gesamte Gelgmenge auf Planet = Y; Die Gleichung: X=Y.
    Daraus wäre abzuleiten: Wollen wir denn wirklich Schulden brav zurückzahlen, wie es die Bürger wollen und fordern? 1. Geht das systembedingt bzw. mathematisch gar nicht und 2. sollte man bedenken: Getilgte Schuld heisst nunmal Vernichtung von Geldvermögen in Höhe der Tilgung. Wir kommen aber nicht darum, die Geldmenge zu reduzieren. Lassen wir uns überraschen, auf welche Weise es geschehen wird…Wir werden es bald erleben: den Tod des Fiat-Geldsystems.
    Und zum Schluss: Politiker haben noch niemals dem Volk gedient…denn die, die gewählt sind haben keine Macht..und die, die sie haben sind nicht gewählt…also, was soll man sich denn darüber aufregen. Wir haben die besten Politiker, die für Geld zu haben sind…und dieser Grundsatz ist nicht nur für Deutschland gültig.

    • Pawlak sagt:

      nichts ist sicher,außer der Tod.
      Wie kann eine Merkel dem D.Volk etwas soflieren,woran diese selbst nicht glaubt,weil eben gelogen ,um die umerzogenen Brot-und Spiele Massen ruhig zu halten. Wenn das System kollabiert,ist Schluß mit lustig. Harz IV ,Renten und soziale Leistungen werden den Bach runter gehen und gekürzt. Wer nicht vorgesorgt hat,wird das blaue Wunder erleben.Die B.R. ist eben nicht der Staat der Deutschen ,lesen GG.133 ,sie ist eben NICHT Deutschland,sondern NUR eine Wirtschaftseinheit der Alliierten.Die B.R. steht immer noch unter Fremdverwaltung, SHEAFGESETZEN.Das D.Reich aber ist seit dem 1.10.1990 laut 4+2 Vertrag frei.S.Artikel 7 Absatz 1,2 zu lesen.Besinnt sich das D.Volk wieder zu seinen Wurzeln???

  7. schlaumeister sagt:

    die verblödeten Politiker und Banker haben die Lage nicht mehr im Griff, es gibt nur
    noch idiotische Parolen wie: “der Euro ist stabiler als die DM.” Das sind Hinhalte-
    parolen, damit die deutschen Dummmichelschafe nicht ihr Geld von der Bank holen.
    Solange es noch Gold und Silber gibt, sollte man zugreifen, diese Fluchtmöglichkeit
    kann Übernacht zuende sein, wenn die Preise weiter steigen und die Nachfrage
    ins Gigantische geht. Die Händler behalten dann ihr Edelmetall selbst und warten
    ab, bis sich die Preise verzigfacht haben, dann wird es für den Normalo unbezahlbar.
    Es sollten jetzt vermehrt Demos geben gegen den Rettungsschirm, dazu müßten
    aber vor dem Kanzleramt Abertausende demonstrieren. Stuttgart 21 müßte dagen
    ein laues Lüftchen sein, nur dann tut sich noch etwas.

  8. PeterPan sagt:

    “Geht ein Staat pleite, geht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger”

    Weiß grad nicht von wem das ist, aber es ist logisch. Und es wird wohl wahr sein.
    Oder glaubt im Ernst jemand, dass die Banken das Gemeinwesen retten werden, aus Angst, die Scheiben ihrer Glaspaläste könnten kaputt gehen ?

  9. wolfswurt sagt:

    “Die großen Autoritäten der Welt” sind in erster Linie Trottel die die Lebensgesetzmäßigkeiten nicht verstehen.

    Eltern sind nicht in der Lage ihre Kinder nach ihren Vorstellungen zu ordnen.

    Und die Trottel wollen 7 Milliarden Menschen ordenen?

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